Vertikale Plattensäge

Maschine zum Auftrennen von Holzwerkstoffplatten bei welcher die Werkstücke an ein aufrecht stehendes Lattenrost gelehnt und mit einem schwenkbaren Sägeaggregat aufgeteilt werden.

Die vertikale Plattensäge wurde 1958 gleich zwei Mal erfunden - in Deutschland durch die Firma HOLZ-HER und in der Schweiz durch Schreinermeister Ludwig Striebig, welcher zur Fortentwicklung seiner vertikalen Plattensäge die heutige Striebig AG gründete.

Beiden Erfindungen lag die Idee zugrunde, durch vertikales Plattenaufteilen den Werkstattraum sinnvoller auszunutzen.

Aufbau und Wirkungsweise

Vertikale Plattensägen bestehen aus zwei Hauptkomponenten:

  • Sägerahmen mit Werkstückauflage, meist in Form eines Lattenrostes aus Holz- oder Kunststoffleisten
  • Sägewagen in Form eines vertikalen Balkens mit Sägeaggregat

1. Werkstückauflage

Die Werkstückauflage besteht aus einem massiven oberen und einem etwas leichteren unteren Balken. Diese sind über vertikale Streben miteinander verbunden und bilden einen verwindungssteifen Rahmen. Bis in die 1990er Jahre war bei den preiswerten Modellen das Lattenrost aus Holzleisten direkt auf dem Rahmen montiert. Die Option Ausweichender Lattenrost beschreibt ein Lattenrost, welches dem Sägeblatt ausweicht, wenn ein horizontaler Schnitt dort ausgeführt wird, wo sich eine Holzlatte des Rostes befindet. Diese Option gehört mittlerweile zur Standardausstattung vertikaler Plattensägen.

2. Sägewagen

Der Sägewagen aus einem massiven Metall-Vierkanthohlprofil läuft in einer Schiene am oberen Balken des Sägerahmens und stützt sich darauf in vertikaler Richtung ab. Die horizontale Abstützung erfolgt am unteren Ende des Balkens mittels kugelgelagerter Rolle gegen den unteren Balken des Sägerahmens. Der Balken kann nach rechts und links verfahren werden. Am Balken ist das Sägeaggregat befestigt. Dieses wird für vertikale Schnitte auf dem Balken nach oben und unten verfahren. Durch Schwenkung des Aggregates und Verfahren des Balkens nach rechts oder links führt man die horizontalen Schnitte aus.

Automatisierung

Bei automatischen Plattensägen erfolgt die Verfahrbewegung von Sägewagen und Sägeaggregat sowie die Eintauchbewegung des Sägeblattes motorisch. Je nach Automatisierungsgrad wird auch das Sägeaggregat automatisch geschwenkt und die Plattenaufteilung hinsichtlich Ausbeute oder Arbeitsgeschwindigkeit optimiert.

Anwendung

Vertikale Plattensägen werden für das Aufteilen von Platten aus diesen Materialien verwendet:

  • Aluminiumverbundplatten (z.B. ALUCUBOND)
  • Holz und Holzwerkstoffen (MDF, Spanplatte)
  • Keramik
  • Kunststoffen
  • Laminat
  • Sandwichplatten

Wichtige Optionen für die Holzbearbeitung

Bilder

Frühe Vertikale Plattensäge
HOLZ-HER
Lattenrost aus Holz
STRIEBIG, 2012
Lattenrost aus Kunststoff
PUTSCH-MENICONI, 2007

Baureihen (158)

ZAPKUT
BES